Der Dutch Oven

Dieses Kochutensil hat über den Erdball verteilt viele Namen. Dutch Oven, Camp Oven, Chuckwagon Oven oder in Südafrika Potjie sind nur ein paar der Namen, die dieses praktische Gerät hat. Seine Freunde nennen ihn auch einfach nur Dopf. In der Siedlerzeit in den USA gab es eigentlich keinen Treck ohne den Dutch Oven. Die ersten europäischen Siedler brachten ihn mit in die neue Heimat. Es gab ja erstmal keine geschlossenen Backöfen und Herde. Man hatte offene Feuerstellen, mit denen der Dutch Oven hervorragend zu benutzen ist. Er wurde als Kochtopf, Pfanne und auch Backofen benutzt. Die Vielfalt der Rezepte und Möglichkeiten ist also schier unerschöpflich. Man kann damit sogar räuchern.

Man kann darin Eintöpfe (die werden richtig lecker), Gulasch, Braten, Suppen, Aufläufe, Brote, Brötchen, süße Stückchen, Desserts und vieles mehr zubereiten. Mit dieser kleinen Auswahl sind aber bei weitem noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft! Nun sind das alles Gerichte, die fast jeder schon zubereitet hat. Der große Unterschied ist, dass man für die Zubereitung eben nicht den Herd oder Backofen benutzt! Man kann solche Schmankerl überall im Freien zubereiten, wo sich ein kleines Feuer anzünden, bzw. eine Handvoll Holzkohlen verbrennen lässt.

Ich koche gern direkt vor unserer Haustüre. Mir tun die Nachbarn zwar leid, weil die leckeren Aromen sich in der ganzen Nachbarschaft verbreiten, aber das ist mir im Endeffekt relativ egal. Hauptsache ist, dass es uns schmeckt!

Es gibt ein paar Klassiker, wie zum Beispiel die Bacon-Bomb, den Pfundstopf, Chili con Carne, Kirsch-Nougat-Schnecken etc, die ich nach und nach hier einstellen werde. Als Jäger verfüge ich auch über viel Wild, das sich auch hervorragend im Dopf zubereiten läßt. Selbstverständlich kann man anstelle des Wildes auch anderes Fleisch verwenden. Lamm wird in diesem Schmortopf butterzart. Man benötigt kein Messer mehr. Dieses Essen ist dann auch garantiert für Zahnlose geeignet. Pulled Pork, Pulled Chicken oder Turkey sind aus dem Dopf der Hammer! Auch hier gibt es nach und nach Rezepte.

Den Dopf gibt es in unterschiedlichen Größen. Ich habe für mich einen relativ großen entschieden, damit ich auch mal ein paar ausgehungerte Jäger an der Jagdhütte verpflegen kann. Zu klein ist immer schlecht! Man muss den Dopf ja nicht bis zum Rand füllen. Ich mag meinen Gästen einfach nicht sagen müssen, dass alles weg ist. Das schaffen wir zwar manchmal schon, aber dann sind alle so satt, dass wirklich nichts mehr geht!

Wenn man sich für eine bestimmte Größe entschieden hat, sollte man im nächsten Schritt den Hersteller wählen. Es gibt reichlich Angebote für den Dopf. Das Material macht die Musik! Wer einen billigen und damit meist auch dünnwandigen Dopf verwendet, braucht sich nicht zu wundern, dass sein Essen bei guter Hitze anbrennt. Eine dicke Wandstärke sorgt für gute und gleichmässige Temperaturverteilung und die Hitze hält sich lange. Der nächste wichtige Punkt ist die Dichtigkeit. Der Dopf soll gut abschließen, damit nicht die ganze Flüssigkeit verdampft. Auch hier besteht die Gefahr des Anbrennens. Ich habe meinen so gewählt, dass der Deckel auch Füße hat. Damit kann ich ihn in ein Glutbett stellen und als Pfanne benutzen. Mein Dopf hat eine Kabeldurchführung für ein Kerntemperatur-Thermometer, das ich bei großen Fleischstücken gern benutze. Jetzt ist es Zeit für den nächsten Artikel, denn so ein Dopf hat Ansprüche! Man muss ihn einbrennen, er darf kein Spülmittel abbekommen, er muss lagerfertig gemacht werden, wenn man ihn eine Weile nicht benutzen will u.v.m.!


 

Dutch Oven einbrennen und pflegen...

Jetzt kommt der wichtigste Teil VOR der Benutzung! Das Einbrennen.

Mein Dopf kam vom Hersteller schon eingebrannt, somit „ready to use“. Das ist aber normalerweise nicht der Fall. Ich erkläre es einfach mal, damit diejenigen, die einen anderen Hersteller ausgewählt haben, die Prozedur gut hinbekommen.

Wir haben es beim Dutch Oven mit einem Produkt aus Gusseisen zu tun. Gusseisen zieht Feuchtigkeit an und reagiert durch rosten. Eine weitere Eigenschaft von Gusseisen ist die Offenporigkeit. Das Metall wird also sehr leicht angreifbar für Säure. Tomaten haben eine Menge davon, die dem Dopf auf die Dauer schaden würde. Also muss unser Dutch Oven vor diesen bösen Dingen beschützt werden. Das geschieht durch das Einbrennen. Man nutzt hierzu Hitze und Fett. Es sollte ein Fett genommen werden, dass hohe Temperaturen aushält. Olivenöl ist also völlig ungeeignet! Ich nehme für solche Zwecke Rapsöl oder Sonnenblumenöl. Manche schwören auf Kokosfett (Palmin oder ähnliches), das auch sehr hohe Temperaturen verträgt.

Da es beim Einbrennen zu einiger Rauchentwicklung kommt, sollte man es im Freien machen. Wenn man einen Kugelgrill oder einen Fassgrill o.ä. hat, sind diese dazu perfekt geeignet. Wir benötigen eine hohe Temperatur, die in diesen Grills auch gehalten werden kann. Wir feuern also den Grill mit reichlich Briketts oder Holzkohle an und reiben alle gusseisernen Flächen des Dopf nebst Deckel mit dem Fett ein. Sind alle Flächen gut benetzt und die Kohlen soweit, stellt man Dopf und Deckel in den Grill (mit der Öffnung nach unten) und macht den Deckel zu. Jetzt kann man sich gemütlich entfernen, denn das verbrennende Öl riecht nicht wirklich gut. Der ganze Vorgang dauert schon mal 3-4 Stunden. Es gibt Dopf-Eigentümer, die diesen Einbrennprozess mehrfach vornehmen. Einmal ordentlich ist meiner Meinung nach besser als 2-3 Durchgänge gepfuscht!

Nach dem Abkühlen wird der Dopf mit einem Feuchten Tuch oder einer Bürste gereinigt. Wichtig ist, dass man NIEMALS Spülmittel verwendet! Das würde die eingebrannte Patinaschicht wieder zerstören! Wenn der Dutch Oven dann getrocknet ist, wird er dünn mit Öl eingerieben und kann luftig in einem Karton gelagert werden. Er soll „atmen“ können, damit er keine Feuchtigkeit und dadurch Rost abbekommt.

Hat er doch einmal Rost angenommen oder es ist etwas stark angebrannt, wird der Dopf gründlichst MIT Spülmittel gereinigt und anschließend neu eingebrannt. Man kann ihn also mit normalen Mitteln so leicht nicht zerstören. Wirklich gefährlich für den Dutch Oven und auch für den Benutzer ist es, wenn man in den heißen Dopf kalte Flüssigkeit schüttet. Dass Gusseisen kann dabei übel reißen oder ganz und gar zerspringen. Sowohl die Splitter, als auch der Inhalt des Topfes können für schlimme Verletzungen und/oder Verbrennungen sorgen! Wenn also Flüssigkeit im heißen Dopf aufegfüllt werden muss, sollte diese immer warm sein.