Falkner im Revier

Der Star des Tages:

"Bran" der Harris Hawk (Deutsch: Wüstenbussard)

 

Monika beim Sprint zu Vogel mit Beute

Eine Krähe ist noch über ihr zu sehen.

Monika bei "Bran", der die Beute abschirmt

 

Falkner im Revier

Zu Gast im Jagdrevier waren heute Monika und Frank. Beide sind Falkner und haben die Saison auf Krähen genutzt, um mal in meinem Revier zu beizen. Beizen oder auch Beizjagd ist die Jagd mit dem Greifvogel. Diese Jagd ist eine der ursprünglichsten Zusammenarbeiten zwischen Mensch und Tier. Der Hund ist als Jagdhelfer des Menschen sehr wohl bekannt, aber die wenigsten Menschen, die öfter in der freien Natur unterwegs sind, haben schon einmal einen Falkner bei der Arbeit gesehen.

Ja, es ist Arbeit! Bei dem heutigen Besuch kam ein Harris-Hawk zum Einsatz. Näheres zum Harris Hawk kommt noch am Ende des Artikels. Wir befuhren das Revier mit dem Auto, wobei Monika auf dem Beifahrersitz den Vogel auf der Hand hatte. Teilweise machte er sich bemerkbar, wenn er Beute eräugte, die wir nicht sehen konnten. Er hat einfach mit seinen 2 Augen eine bessere Sicht, als 4 Menschen mit zusammen 8 Augen. Man könnte neidisch werden!

Ich fand es etwas befremdlich, dass der Vogel aus dem fahrenden Auto starten sollte, aber die Logik leuchtet ein! Er hat dabei schon eine gute Geschwindigkeit, die er im Anflug auf die Beute (heute Krähen) nutzen kann. Wenn er von 0 Km/h startet, ist die Krähe für ihn nur sehr schwer oder eher nicht einzuholen. Der Vogel soll schließlich auch sein Erfolgserlebnis haben, zumal die Krähe ihm als Atzung (Futter) dient.

Gelegenheiten gab es genug, aber eine war besonders einladend. Es saßen mehrere Krähen auf einer Wiese, die direkt neben einem befestigten Weg lag. Die beiden vordersten Krähen saßen etwa 30-40m vom Weg entfernt und schöpften keinerlei Verdacht, als wir zügig mit dem Fahrzeug an ihnen Vorbei fuhren. An einem Maisfeld vorbei, damit wir Deckung beim Drehen des Fahrzeugs hatten, dann im Feldweg gewendet und zurück ging die Fahrt. Die Krähen saßen noch immer und würdigten uns keines Blickes. Ab jetzt ging alles ganz schnell. Als wir auf Höhe der Krähen waren, bzw. schon knapp daran vorbei, startete Monika den Beizvogel aus dem Fenster. Die Krähen sahen das Unheil auf sich zukommen, doch es war zu spät! Die eine Krähe kam noch etwa 4-5m vom Boden hoch, dann schlug der Harris-Hawk gnadenlos zu.
Ab jetzt kam die Arbeit, bzw. die Beinarbeit der Falknerin zum Einsatz. Man konnte die typische Totenklage der Krähe hören, woraufhin die anderen Krähen ihrem Artgenossen zu Hilfe eilten. Dieser Moment ist für den Beizvogel sehr heikel, da Krähen extrem wehrhafte Vögel sind. Den ungeschützten Angriff mehrerer Krähen überlebt ein Beizvogel in der Regel nicht. Monika hechtete aus dem Auto und rannte zu ihrem Vogel, wobei sie laut rief und mit den Armen propellerartig rotierte, um die Krähen zu verjagen. Der Vogel hatte jedoch nur noch Augen für seine Beute, die er mit seinen Schwingen abdeckte und sofort die ersten Bissen davon genoss. Ein voller Erfolg, dazu von uns ein Falknersheil dem Vogel und der Falknerin.

Wir freuen uns auf weitere Erlebnisse dieser Art, zumal die beiden Falkner auch noch andere Beizvögel haben, die dann ebenfalls zum Einsatz kommen werden.

Der Harris Hawk (Wüstenbussard)

Der Harris Hawk, auch Wüstenbussard genannt, ist ein habichtartiger Greifvogel. Sein wissenschaftlicher Name ist Parabuteo unicinctus.
Er erreicht eine Spannweite von 110-120cm bei einer Körperlänge von 55-60cm. Das Gewicht liegt bei 750-1100g. Die Weibchen sind etwas größer (ca. 10%) als die Männchen. Zu seinem Verbreitungsgebiet zählt der Südwesten der USA, Mexiko und Mittelamerika. Der Harris Hawk ist der einzige Greifvogel, der in der Gruppe jagt. In freier Wildbahn wird er ca. 12-15 Jahre alt. Tiere die in Gefangenschaft gehalten werden, können auch 20 Jahre erreichen. Seine Hauptfeinde im natürlichen Lebensraum sind Eulen, Raben und Kojoten. 

 

Impressionen der Beizjagd