Dachs

Der Dachs

Steckbrief:

Name: Dachs
Lat. Name: Meles meles
Klasse: Säugetiere (Familie: Marder)
Größe: ca. 60-90cm
Gewicht: bis um 17Kg
Lebensraum: abwechslungsreiche Feldflur, Wälder, Hecken und Gehölze
Aussehen: Überwiegend Grau, weißes Gesicht mit zwei markanten schwarzen Längsstreifen von der Nase über die Augen bis zu den Ohren.
Nahrung: Allesfresser. Von Körnern (z.B. Mais) über Insekten, Würmer, Beeren, Obst bis hin zu Kleinsäugern und Vögeln.
Die Fortpflanzungszeit (Ranz) ist im Juli/August. Bei einer Tragzeit von 7-8 Monaten, besteht der Wurf im Februar aus 1-6 Welpen.
Dachse leben in Bauten, die Tiefen um 5m und eine Ausdehnung von 30m im Umkreis erreichen können. In diesen Bauten leben sie meist monogam im Familienverband.
Der Dachs ist ein nachtaktiver Räuber.

Ein paar jägersprachliche Ausdrücke:

Männliches Tier: Rüde
Weibliches Tier: Fähe
Jungtier: Welpe
Höhle: Burg
Vertiefung am Eingang: Rinne
Pfoten: Branten
Krallen: Nägel
Der kurze Schwanz: Bürzel

Wissenswertes über Dachse:

Wenn es um die eigene Familie geht, ist der Dachs ein recht geselliges Wesen. Es kommt vor, dass ein Dutzend Dachse in einer Bauanlage wohnen. Es sind dann mehrere Generationen aus der gleichen Familie. Dachse haben feste Reviere, die sie regelmäßig durchstreifen und dabei energisch gegen Konkurrenten verteidigen. Dachse haben auch nichts gegen Untermieter. Sehr häufig findet man Füchse in den gleichen Bauten, die einige Vorteile der Dachse genießen. Der Dachs hält seinen Kessel sauber, indem er zumindest einmal im Jahr „aufräumt“ und den Bau mit frischem Laub und/oder Heu auskleidet.

Was sein Verhalten gegenüber anderen Lebewesen angeht, ist der Dachs ein ziemlicher „Stinkstiefel“. Selbst starke Wildschweine machen einen großen Bogen um ihn, da er nicht davor zurückschreckt, den dicksten Keiler zu attackieren. Er hat starke Kiefer und kann damit üble Verletzungen anrichten. Das ist den anderen Tieren wohl bewusst.

Dieses unerschrockene Verhalten wird auch jährlich einigen „Bauhunden“ zum Verhängnis. Wenn ein Teckel oder Terrier bei der Baujagd in einen vermeintlichen Fuchsbau einschlieft und dort auf einen Dachs trifft, wird es für den Hund gefährlich. Der Dachs „springt“ sehr ungern (Flucht aus dem Bau). Er stellt sich eher zum Kampf gegen den Hund, der dann klar im Nachteil ist. Dachse graben häufig die Hunde ein, was dann zum Erstickungstod des Hundes führt, oder sie verwickeln den Hund in eine heftige Beißerei, bei der ein Dachs deutlich bessere Nehmerqualitäten hat als der Hund. Aus den genannten Gründen endet eine Begegnung im Bau meist eher unschön für den Hund. Wenn Jäger der Baujagd nachgehen, sollten sie den Bau gewissenhaft prüfen und im Zweifel lieber den Hund nicht einschliefen lassen.

Früher war das Fett (Feist) des Dachses bei Apothekern recht begehrt und wurde zu diversen Salben verarbeitet. In bestimmten Regionen gehört der Dachs noch immer zu den Delikatessen. Dachsschinken ist wirklich sehr schmackhaft, was ich persönlich bestätigen kann, da ich ihn in Thüringen vor einigen Jahren probieren konnte. Da der Dachs ein Allesfresser ist, muss sein Fleisch vor der Verarbeitung selbstverständlich auf Trichinen untersucht werden. Ist die Freigabe erfolgt, kann das Fleisch genossen werden. Man sollte es aber unbedingt von einem absoluten Fachmann verarbeiten lassen. Wenn ein Fitzelchen Fett mit im Spiel ist, kann man genauso eine Dose Schuhcreme auslöffeln, der Geschmack ist vermutlich sehr ähnlich und von äußerst ranzigem Aroma im Abgang.

Der Dachs ist weniger ein Sprintjäger, dazu ist er einfach zu behäbig. Ein aufgefundener Kadaver wird daher gerne angenommen und verzehrt.
Überhaupt ist der Dachs ein recht gemütlicher Geselle. Er hält eine intensive Winterruhe (keinen Winterschlaf!). Ab und an verlässt er während dieser Zeit seinen Bau und streift durch die Gegend um Nahrung zu sich zu nehmen. Danach wird die Ruhe fortgesetzt.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat noch keinen Dachs in der freien Wildbahn gesehen. Das liegt aber nicht daran, dass es keine gibt, sondern eher daran, dass der Dachs ein recht heimliches Leben führt und zu Zeiten unterwegs ist, zu denen ein Nichtjäger eher nicht in Feld und Wald unterwegs ist.


 

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