Feldhase

Der Feldhase

Steckbrief:

Name: Feldhase
Lat. Name: Lepus europaeus
Klasse: Säugetiere
Größe: etwa Katzengröße
Gewicht: etwa 4-5Kg
Sozialstruktur: Einzelgänger
Lebensraum: Feld (hauptsächlich) und Wald
Aussehen: Im Sommer erdbraun, im Winter grau-braun
Nahrung: Pflanzenfresser

Feldhasen sind von Januar bis Oktober in der Fortpflanzungszeit und setzen in dieser Zeit zwei bis viermal zwischen 1 und 5 Junge. Die Tragzeit beträgt etwa 42 Tage.

 

Ein paar jägersprachliche Ausdrücke:

Männliches Tier: Rammler
Weibliches Tier: Häsin
Jungtier: Junghase, Quarthase, Märzhase (zu ¼ gewachsenes Tier)
Ohren: Löffel
Augen: Seher
Schwanz: Blume

Wissenswertes über Feldhasen:

Wir schätzen uns glücklich, einen sehr guten Hasenbestand in unserem Revier zu haben. Die Zählungen, die wir zweimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) durchführen, ergeben immer einen Wert von 50-60 Hasen je 100ha. Von der Lage des Jagdgesetzes her, dürften wir Hasen völlig normal bejagen, was wir jedoch nicht tun. Das Raubwild holt sich einen Teil, die Greife und Raben ebenfalls und durch den Straßenverkehr bleibt auch der ein oder andere Hase auf der Strecke. Hier ist die Dunkelziffer recht hoch, da ein Zusammenstoß mit einem Hasen normalerweise keine großen Schäden am Fahrzeug hinterlässt und daher keine Meldung bei uns oder der Polizei erfolgt. Der tote Hase findet dann relativ schnell neue Freunde unter den Greifen oder vierbeinigen Resteverwertern.

Der Hase hat eigentlich nur Feinde. Alle Rabenvögel haben ihn zum Fressen gern, die Greife (außer kleine Eulenarten und Falken) lieben ihn ebenso wie Wildschweine, Fuchs, Dachs, Waschbär und Marderhund. Dann sind da noch Hunde, Katzen, Menschen, Autos etc., was den Hasen zum typischen Fluchttier macht. Bei seinen Fluchten kann der Hase Geschwindigkeiten von 80Km/h erreichen. Seine Sprünge sind dann bis zu 6m weit und 2m hoch! Er ist in der Lage, abrupt seine Richtung zu wechseln, das sogenannte „Haken schlagen“. Dazu sind Beutegreifer in der Form nicht fähig.

Die Junghasen sind besonders gefährdet. Nahezu jeder Fressfeind freut sich über einen Junghasen. Was Rabenvögel angeht, habe ich persönlich schon sehr grausame Szenen erlebt, die ich hier jetzt nicht im Detail wiedergeben möchte. Die Natur hat halt auch ihre grausamen Aspekte. Wer in der Stille der Natur verweilt, kann zuweilen auch eine „Hasenklage“ vernehmen, wenn ein Beutegreifer zugeschlagen hat. Es hört sich an wie das Geschrei eines Kleinkindes.

Wenn wir wirklich mal einen Hasen jagen, dann sind das Einzelfälle, die wir dann z.B. in der Weihnachtszeit selbst verwerten. Ansonsten lassen wir sie in Ruhe und genießen ihre abendlichen Boxkämpfe und Wettrennen während der Paarungszeit.

Was die Nahrung angeht, ist der Hase ein Gourmet unter den Pflanzenfressern. Er benötigt locker 1 ½ Kg Futter täglich, was sich aus Gräsern, Kräutern, Samen, Pflanzensprossen, Rinde und dünnen Ästchen zusammensetzt. Je nach Jahreszeit variieren die Anteile der Einzelkomponenten. Wissenswert ist vielleicht, dass der Hase seine eigenen „Vitaminpillen“ herstellt. In seinem Blinddarm sammelt sich ein vitaminreicher Nahrungsbrei, der nach der Ausscheidung wieder aufgenommen wird. Mit diesem speziellen Kot deckt der Hase seinen Vitamin B1 Bedarf. Diese effektive Verwertung findet sich auch beim Wasserbedarf wieder. Diesen deckt der Hase über seine Nahrung komplett.

Man sagt ja immer, dass Möhren gut für die Augen sind... Schon mal einen Hasen mit Brille gesehen?

Das ist völliger Quatsch! Hasen sind nachgewiesen kurzsichtig! Die Augen sehen zwar nicht scharf, dafür aber jede noch so kleine Bewegung. Hinzu kommt, dass die Augen beim Feldhasen seitlich sitzen, was für eine 360° Rundumsicht sorgt. Das nennt man dann eine perfekte Ausstattung für ein Fluchttier. Diese Anpassung macht auch vor den Jungen nicht Halt! Im Gegensatz zu den Kaninchen, kommen Hasen sehend und behaart zur Welt. Sie haben ein hervorragendes Tarnkleid. Wenn ein Hase zwei Meter neben ihnen in einer regungslosen Haltung verharrt, werden sie ihn in über 90% der Fälle nicht bemerken. Er wird seine Sasse erst verlassen, wenn sie schon fast auf ihn treten. Ein weiter Sprung, 2 oder 3 Haken und Vollgas... damit ist der Hase außerhalb der Zugriffzone. Beim Bezug der Sasse ist er ebenfalls vorsichtig. Wenn er kurz vor der Sasse ist, kommt ein letzter weiter Sprung bis hinein. Damit ist eine Duftspur bis in sein Lager ausgeschlossen. Nach dem Sprung duckt sich der Hase und verschmilzt augenblicklich mit dem Untergrund. Perfekt!

Wenn sie im Feld unterwegs sind, genießen sie den Anblick von Hasen, wann immer er sich bietet! Diese unscheinbaren Gesellen verfügen über einige ungeahnte Eigenschaften, die sie zu einem wertvollen Schatz unserer Natur machen. Nur in einer abwechslungsreichen Landschaft mit Obstwiesen, Altgrasflächen, Brachen, Hackfrüchten und guten Randstreifen kann dieses wunderbare Tier auf Dauer überleben. Wir legen beispielsweise Wildwiesen an, die u.a. auch auf den Bedarf von Hasen ausgerichtet sind. Jagd bedeutet in erster Linie Hege und Erhalt der Wildarten! Das ist wie im Garten, denn wer nicht sät und pflegt, der braucht sich um die Ernte auch keine Gedanken zu machen!

Auch an dieser Stelle kann ich wieder nur an die Hundehalter apellieren:

Achten sie bitte auf ihre Hunde! Wir haben generell kein Problem mit freilaufenden Hunden. Das beinhaltet aber ein paar Grundsätze. Ein Hund sollte zuverlässig gehorchen, was leider selten der Fall ist und der Halter sollte wenigstens während der Brut- und Setzzeiten seinen Vierbeiner mit der Leine ausführen. Das rettet etlichen Hasen, Hühnern und Rehen das Leben. Mal abgesehen davon, läuft der Hund mit Leine weniger Gefahr, sich an einem Fuchs- oder Waschbärkadaver mit Staupe oder Räude zu infizeren.


 

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