Schwarzwild

Das Schwarzwild

Steckbrief:

Name: Wildschwein
Lat. Name: Sus scrofa
Klasse: Säugetiere
Größe: bis 1,80m Körperlänge
Gewicht: bis 200kg (selten auch darüber!)
Sozialstruktur: Rotten (Familienverband) und Einzelgänger
Lebensraum: wo sie sich wohlfühlen
Aussehen: normal braun-grau bis schwarzes Borstenkleid, jedoch auch helle und gefleckte Tiere durch Kreuzungen mit Hausschweinen.

Nahrung: Allesfresser

Ein paar jägersprachliche Ausdrücke:

Ältere Eber: Keiler
Ältere Sau: Bache
Jugendliche Tiere: Überläufer
Jungtiere: Frischlinge
Schnauze: Gebräch
Ohren: Teller
Schwanz: Bürzel
Zähne des Keilers: Waffen oder Gewaff bestehend aus Haderer und Hauer
Zähne der Bache: Haken

Wissenswertes über Wildschweine:

Um das Wildschwein ranken sich viele Geschichten, die teilweise stimmen, aber auch zum Teil stark übertrieben sind. Fakt ist, dass ein Wildschwein in unserer Region keine ernstzunehmenden Feinde, außer Autos und Jäger, zu fürchten hat. Genauso benimmt sich ein Wildschwein auch. Es ist zwar vorsichtig im Kontakt mit dem Menschen, neigt aber schon dazu, sich seiner Haut zu wehren, wenn es sich bedroht und in die Enge gedrängt fühlt.

Der Angriff einer Bache, die ihre Frischlinge verteidigt, kann üble Folgen haben. Früher hatten die Wildschweine eine relativ feste Zeit für die Fortpflanzung (Rauschzeit) und damit auch für das Frischen und das Führen der Frischlinge. Rauschzeit war im Bereich November-Dezember. Die Tragzeit beträgt etwa 4 Monate (der Jäger sagt 3x3, also 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage), was bedeutete, dass die Frischlinge im Februar zur Welt kamen. Leider hat sich das durch das perfekte Nahrungsangebot (vor allem Maisanbau) über das Jahr und eine vielfach falsche Bejagung im Laufe der Zeit geändert. Mittlerweile muss man das ganze Jahr über mit Frischlingen rechnen, somit auch mit Bachen, die ihren Mutteraufgaben nebst Verteidigung des Nachwuchses auf rabiate Art und Weise gerecht werden. Also ist Vorsicht geboten, wenn man das Kinderzimmer der Schweine betritt. Das passiert u.a. beim Pilzesammeln recht schnell. Ein Wildschwein hat auch keine Hemmungen, seinen Aufenthalt in der Nähe des Menschen zu gestalten. Das sorgt dann natürlich recht schnell für Berührungspunkte und damit auch für Probleme, die in recht unschönen Verletzungen enden können. So sind u.a. Komposthaufen mit Nahrungsresten ein wahrer Schweinemagnet, wenn der Garten in der Nähe des Waldes oder der Feldflur liegt.

Im Allgemeinen passiert jedoch recht wenig, weil die Sinne der Schweine sehr gut ausgeprägt sind. Sie bekommen eher mit, dass sich ein Mensch nähert, als dass der Mensch Schweine mitbekommt. Die Schweine ziehen dann normalerweise einen Rückzug dem Kampf vor. Heimlich und auf Samtpfötchen verkrümeln sich dann die Schwarzkittel und man bekommt davon nichts mit. Das ist auch der Umstand, wegen dem viele Menschen überhaupt keine Ahnung davon haben, dass sie gerade an einem Wildschwein vorbeigelaufen sind. Nicht einmal der Hund an der Leine hat es bemerkt. Jagdhunde, die es regelmäßig mit Wild zu tun haben, merken es, aber die meisten Haushunde bekommen es nicht mit. Wer hat nicht schon einmal im Wald gedacht, dass es nach "Maggi" riecht? Der Geruch kommt von den Wildschweinen.

Die Wildschweine gelten überwiegend als nachtaktiv. Wenn man die Bejagung vernünftig gestaltet, werden sie aber auch gerne wieder tagaktiv. Das vereinfacht dem Jäger seinen regulierenden Eingriff in die Population und die Menschen bekommen mit, dass es Wildschweine gibt. Man kann als Jäger viel falsch machen. Das soll aber hier nicht das Thema sein. Wer jagdliche Fragen an uns hat, kann diese gerne in einer Mail an uns richten. Wir geben gerne Auskunft, wenn wir es können.

Die Wildschweine sind zur Zeit dieses Artikels (Dez. 2017) von der afrikanischen Schweinepest bedroht, die bereits in den Nachbarländern festgestellt wurde. Diese Seuche bedroht nicht nur die Wildschweine, sondern auch die Hausschweinbestände. Man kann nur hoffen, dass dieser Kelch an uns vorübergeht.

Was den Nutzen des Wildschweines angeht, ist dieser relativ schnell erklärt. Es schmeckt einfach saugut! Wir als Jäger sitzen an der Quelle und nutzen das Fleisch sehr vielseitig. Diverse Wurstsorten, Fleischkäse, Hackfleisch und Braten gehören bei uns zur Ernährung. Auch Schnitzel, Steaks für den Grill und ähnliche Leckereien vom Wildschwein sind ein Hochgenuss. Wer sich für Wild in der Küche interessiert, kann uns gerne auch per Mail kontaktieren. Einen Teil meiner Rezepte werde ich allerdings auch hier auf der Seite veröffentlichen.

Was tun, wenn man auf Wildschweine trifft?

Hier gibt es verschiedene Theorien. Manche sagen, ruhig verhalten und vorsichtig zurückziehen. Wieder andere sagen, man soll sich groß machen, laut agieren um sie einzuschüchtern. Ich persönlich sage, es kommt auf die Situation an. Wenn die Schweine mich noch nicht wirklich registriert haben und als Gefahr ansehen, verhalte ich mich ruhig und schau mich trotzdem mal sicherheitshalber nach einer Rettungsmöglichkeit um. Schweine können weder fliegen, noch sind sie als gute Kletterer bekannt, also sind leicht zu erklimmende Bäume oder etwas in der Art ein guter Fluchtpunkt. Wenn mich natürlich ein Schwein schon anvisiert und im Begriff ist, mich zu attackieren, ist jede Flucht zwecklos. Das Schwein ist viel schneller (60Km/h sind kein Thema), hat einen guten Jagdtrieb und somit bin ich ohnehin gezwungen, mich der Situation zu stellen. In solch einem Moment mache ich mich groß und brülle das Schwein an. Die Chancen stehen dann relativ gut für mich, dass ein Schwein den Bürzel einkneift (in dem Fall eher hochstellt) und sich trollt. Da es keine allgemeinen Verhaltensregeln gibt, nageln sie mich bitte nicht fest, wenn sie es so probiert haben, aber dennoch angegriffen wurden. Wichtig ist, dass man sich im Klaren darüber ist, dass wir Menschen bei unserem Spaziergang „durch deren Wohnung latschen“, wenn wir die Wege verlassen. Einfach mal drüber nachdenken, dass wir dies umgekehrt auch nicht wirklich gerne haben und dulden würden! Mit etwas Rücksicht, sind Zusammenstöße mit den Schwarzkitteln fast ausgeschlossen. Ganz wichtig ist auch, dass man NIE versuchen sollte, ein Wildschwein aus seinem Garten zu vertreiben! Man zieht definitiv den Kürzeren. Beete lassen sich wieder herrichten, bei aufgeschlitzten Beinen geht das nicht so gut!


 

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