Waschbär

Der Waschbär

Steckbrief:

Name: Waschbär
Lat. Name: Procyon lotor
Klasse: Säugetiere (Familie: Kleinbären)
Größe: 40-75cm
Gewicht: bis ca. 8 Kg
Lebensraum: überall (Kulturfolger), Wald, Feld, Stadt
Aussehen: Graubraune Fellfarbe mit geringeltem Schwanz und schwarzer Maske um die Augen.
Nahrung: Allesfresser. Von Pflanzenkost über Aas, Insekten, Amphibien, Vögel, Kleinsäuger bis hin zu Resten aus der Biotonne.
Die Paarungszeit (Ranz) ist im Bereich Februar/März. Nach etwa 9 Wochen kommen im April/Mai 2-5 Junge zur Welt. Sie sind die ersten 3 Wochen blind und werden etwa 8 Wochen gesäugt.

Ein paar jägersprachliche Ausdrücke:

Männliches Tier: Bär
Weibliches Tier: Bärin
Da der Waschbär noch nicht so lang in der BRD ansässig ist, gibt es keine althergebrachten Ausdrücke. Man verwendet in der Bezeichnung der Körperteile die allgemeinen Ausdrücke des Raubwildes.

Wissenswertes über Waschbären:

Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika. In Deutschland wurden die Tiere eingeführt. Über die Art und Weise der Einführung gibt es mehrere Geschichten, die von der gezielten Auswilderung bis hin zu entkommenen Tieren einer Pelztierfarm reichen. Fakt ist jedoch, dass sich aus einigen wenigen Tieren eine regelrechte Landplage entwickelt hat.

Beim Waschbär teilen sich die Meinungen extrem. Die einen halten ihn für niedlich, die anderen eher nicht. Die einen sagen, dass er unbedingt in unsere Natur gehört und dort auch einen gerechtfertigten Platz hat, wobei andere das überhaupt nicht so sehen. Es kommt dabei immer auf die persönlichen Erfahrungen an. Jemand, der einen Waschbär in seinem Wohnhaus als Untermieter hat, kann mit ihm das Wort „niedlich“ meist nicht mehr verbinden. Der Waschbär treibt allerhand Schabernack, der einem betroffenen Hausbesitzer meist kein Lächeln entlocken kann. Die Kleinbären turnen geschickt an Dachrinnen hoch, bis sie unter dem Dach angelangt sind, schieben Verkleidungen auf die Seite und nisten sich ein. Wir kennen das aus unserer Firma. Es war wirklich nicht schön! Sie verteilen dort ihre Nahrungsreste, Exkremente und Sonstiges, was zu einer massiven Verunreinigung führt. Sie plündern Mülltonnen, verteilen den Müll neben der Tonne, treiben ihr Unwesen in Kleingärten, indem sie beispielsweise die Erdbeerernte vor den Gartenbesitzern einleiten und lassen sich auch sonst allerhand Unfug einfallen, um die Menschen auf Trab zu halten. Das mag drollig klingen, aber wer es am eigenen Leib erlebt hat, findet es nicht wirklich witzig!

Die EU stuft den Waschbären nicht ohne Grund als aggressive, invasive Art ein, die streng bejagt und dezimiert werden muss. Leider sieht die Landesregierung in Hessen das etwas anders und räumt den Bären auch noch eine völlig unnötige Schonzeit ein. Wir haben im Bereich unseres Jagdrevieres mit vielen Menschen gesprochen, die eine solche Schonzeit für absolut unsinnig halten. Die meisten von ihnen hatten schon unangenehme Begegnungen mit den Waschbären.

Mal abgesehen davon, dass er sich als Bedrohung für alteingesessene Arten, wie z.B. Rebhühner, Fasane und alles sonstige Niederwild darstellt, in der Lage ist, Nester von Singvögeln und Enten zu plündern, da er ein ausgezeichneter Kletterer ist und auch mit Wasser gut zurecht kommt, ist er auch für die Verbreitung von einigen Krankheiten verantwortlich. Staupe, Räude, diverse Endoparasiten... die Liste ist lang und nicht ungefährlich, da sie alle auch auf unsere Haustiere übertragen werden können. Er hält sich ja auch in menschlicher Nähe auf und verteilt die Erreger/Eier u.a. über die Exkremente.

Wir halten uns eher an die Meinung der EU und bekämpfen ihn so gut es nur geht, schon allein um unsere Niederwildbestände zu beschützen.

Um es nicht nur politisch werden zu lassen, gehe ich an dieser Stelle noch einmal auf die Lebensweise der Kleinbären ein.
Ob Waschbären in der Nähe sind, kann man recht einfach feststellen. Sie hinterlassen in weichem Erdreich ihre charakteristischen „Handabdrücke“. Die Vorderpfoten erinnern an den Abdruck einer sehr kleinen Kinderhand. Wenn es nachts still ist, kann man ihr „Keckern“ wahrnehmen. Sie sind meist mit mehreren Individuen auf Streifzug und haben dabei rege Kommunikation.

Sie kommen mit kleinstem Platzangebot für ihre Höhlen aus, haben aber auch nichts gegen ein geräumiges Heim, was der Grund dafür ist, dass man sie an jeder vor Witterung geschützten Stelle finden kann. Ob Baumhöhle, alter Fuchsbau, Betonröhre, Gartenhaus oder Dachboden, ein Waschbär macht es sich überall gemütlich.

Waschbären sind übrigens weder als Haustier geeignet, noch freundlich zu Haustieren! Die Kameraden sind äußerst wehrhaft und für den normalen Hund ein gefährlicher Gegner! Ausgebildete Jagdhunde und bestimmte Rassen haben bei einer Begegnung mit einem Waschbären die Oberhand, aber ein typischer Haushund ist ihm hoffnungslos unterlegen, also bitte gut aufpassen, liebe Hundehalter, der Tierarztbesuch wird teuer!

Wenn sie einen Waschbär als unerwünschten Untermieter haben, wenden sie sich vertrauensvoll an ihren örtlichen Jäger. Er hilft ihnen sicher gern.


 

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