Schwarzwild

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) steht vor der Tür...

 

In Zeitungen und Nachrichten tauchen ständig Meldungen auf, laut denen die Afrikanische Schweinepest (ASP) immer näher kommt und eine große Gefahr darstellt. Das ist leider keine Falschmeldung, jedoch werden die Artikel von vielen Menschen nicht bis zum Ende gehört oder gelesen, daher hat sich einiges in den Köpfen der betreffenden Personen festgesetzt, das so nicht ganz richtig ist.

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) hat recht umfangreiche Infos zusammengefasst, diese finden sie HIER.

Kommen wir doch einfach mal zu ein paar Dingen, die man wissen sollte:

1) Die Gefahr

Ja, die ASP stellt eine Gefahr dar, doch für wen? Nicht für den Verbraucher. Diese Seuche ist für den Menschen ungefährlich, führt jedoch bei Schweinen zum Tod. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Wildschwein oder ein Hausschwein handelt. Damit hängt natürlich einiges zusammen. Wenn die Schweine in den Mastbetrieben davon betroffen sind, wird es zur Tötung von ganzen Beständen kommen, was natürlich einen enormen wirtschaftlichen Schaden bedeutet. Nun wird natürlich gejammert, dass die armen Landwirte dadurch schwere Verluste erleiden. Das klingt zwar sarkastisch, ist aber keineswegs so gemeint.
Ich möchte an dieser Stelle einfach mal auf die Jäger aufmerksam machen, die dadurch auch einen erheblichen Schaden erleiden. Das geht bereits in der Prävention los. Wir Jäger sollen verstärkt das Schwarzwild bejagen, doch was ist damit verbunden?
Wir müssen öfter ins Revier fahren, schlagen uns die Nächte um die Ohren, investieren Zeit und Mittel in diese intensive Jagd, um die Gefahr abzuwenden, die effektiv nicht von den Schweinen, sondern von den Menschen ausgeht. Solange Reisende und Fernfahrer aus bereits betroffenen Ländern ihre möglicherweise kontaminierten Nahrungsmittelreste und Abfälle zum Beispiel an Raststätten einfach in die Landschaft werfen, oder dies ganz und gar in der freien Natur erledigen, was an viel befahrenen Landstraßen mittlerweile zur Normalität geworden ist, solange unsauber deklarierte Transporte von Schweinen und teilweise sogar Wildschweinen (es gab hierzu einige Pressemeldungen, die in den Suchmaschinen leicht zu finden sind) unbehelligt quer durch die EU und damit auch Deutschland erfolgen, ist die intensive Jagd auf die Schwarzkittel nur eine reine Augenwischerei.

Wenn es dann in der BRD zum Ausbruch kommt, ist der Schuldige schnell gefunden: Der Jäger hat nicht genug getan!

2) Die Betroffenen

In erster Linie sind die Schweine dann die armen Säue. Sie sterben dummerweise daran. Wer ist aber noch betroffen? Und schon wieder ist es der Jäger!
Ich habe vor einer Theke eines Metzgereibetriebes oder an der Kühltheke im Supermarkt noch niemanden getroffen, der/die sich Gedanken gemacht hat, ob das Schweinefleisch, das er oder sie gerade einkauft kontaminiert ist. Es ist durchaus möglich!

Als Jäger möchten wir natürlich unser Wild auch vermarkten. Mal abgesehen davon, dass die Preise der Wildhändler derart im Keller sind, dass es beinahe lukrativer ist, ein erlegtes Schwein zu vergraben, als es einem Händler anzubieten. Wenn man einfach mal sieht, was der Verbraucher beim Einkauf von Wildschwein im Supermarkt, beim Wildhändler oder Fleischer seines Vertrauens für das Kilo Fleisch bezahlt, wird es mir schlecht! Da werden teilweise Preise von über 40€ je Kg verlangt und er Verbraucher zahlt es auch noch, weil es ja vom Händler kommt und daher garantiert ungefährlich ist.

Schwachsinn! Wir Jäger bekommen von diesen Händlern unter 1€/Kg, ja sogar oftmals weniger als 50ct. geboten! Die unwesentliche Differenz zum Verkaufspreis sind wohl die angeblichen 3-5%, von denen der Wildbrethändler lebt!  Liebe Leute, kauft euer Wild beim Jäger! Dort bezahlt ihr gerechtfertigte Preise und keine utopischen Summen ohne jegliche Rechtfertigung. Unser Wild unterliegt den gleichen Kontrollen, wie das der Händler und Metzger! Wir haben es frisch, es ist regional, es ist untersucht und somit von bester Qualität!

3) Die Propaganda

Ein Teil der negativen Propaganda kam mir aus heiterem Himmel mitten ins Ohr gesaust! Eine Dame, die sonst Wild als Nahrungsmittel genutzt hat, sagte wörtlich: "Oh Gott, ich kann ab sofort kein Wild mehr essen, es ist ja alles verseucht!" Die arme Frau war völlig neben der Spur und dachte, wir Jäger verteilen nur noch verseuchtes Fleisch und wollen damit die Menschheit ausrotten. Völliger Schwachsinn! 
Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die ASP für Menschen ungefährlich, also keine Angst vor dem leckeren Wildbret! Wir essen es genauso gern, wie vor der Panikmache! Es schmeckt noch genauso, es ist genauso gesund wie vorher und das wird sich auch nicht ändern! Wenn ich das Wild aus unserer Küche verbannen würde, wären wir nahezu Vegetarier! Fast unser gesamter Fleisch- und Wurstbedarf ist durch Wild gedeckt. Wir haben Fleischkäse, Bockwurst in mehreren Ausführungen (mit und ohne Käse), drei Sorten Salami und Presskopf um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Es sind noch viele Sorten mehr. Selbstverständlich auch Fleisch, das von Hackfleisch über Grillsteaks bis hin zu Braten geht und natürlich leckeren Wildschinken. Was braucht man noch mehr? Das Wichtigste ist, es kommt aus keiner Qualhaltung oder medikamententrotzenden Mast.

Bei dieser Propaganda kommen aber auch andere Punkte zur Sprache, bzw. sie werden verschwiegen. Wie bereits erwähnt, sind ja laut der Meldungen in erster Linie die Wildschweine die Schuldigen. Jetzt wirft sich aber eine Frage auf: Wie kann es sein, dass die Hotspots der festgestellten Seuchenherde mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt liegen, dazwischen kein Befall nachgewiesen wurde, aber ein infiziertes Schwein garnicht in der Lage ist, nach der erfolgten Infektion noch eine größere Strecke zurückzulegen?
Hierauf bleiben uns die Fachleute eine Erklärung schuldig! Wie bereits im Punkt 1 erwähnt, ist es leicht, den Jägern die Verantwortung zu übertragen. Wir tun sicher unser Möglichstes, die Seuche im Zaum zu halten, soweit dies unsere Mittel und Wege zulassen. Zaubern können wir leider nicht und wir werden es weder anstreben, noch befürworten, die Wildschweinbestände annähernd auszurotten, was ohnehin nicht möglich sein dürfte. Offene Grenzen und ein geeintes Europa sind in vielerlei Hinsicht eine Tolle Sache, aber leider bringt diese Offenheit nicht nur positive Aspekte mit sich. 

Wünschenswert wäre, wenn die Politik in der Lage wäre, auch einmal die Zusammenhänge zu realisieren und entsprechend zu handeln. Es bringt nichts, die Wildschweine zu verteufeln und die Jäger vor den Karren zu spannen. Wichtiger wäre, die Wege der Seuche zu verstehen und entsprechend zu blockieren. Anfangs wurden bei HIV, bzw. AIDS auch erst alle Schwulen dafür verantwortlich gemacht und dann die Junkies. Warum erkranken auch heute noch heterosexuelle Menschen ohne Drogenkontakt daran? Salopp gesagt durch Verdummung und Ignoranz.
Es dürfen keine unsauber deklarierten Tiertransporte oder ganz und gar unbekannte Tiertransporte aus den Gefahrengebieten erfolgen. Die Einfuhr von gefährlichen Nahrungsmitteln muss an den Außengrenzen unterbunden werden, nur dann kann man von einer wirksamen Prävention reden.

Nicht die Jäger, sondern die Politiker sind hier gefordert, um der Lage Herr zu werden! Besondere Zeiten erfordern nunmal auch außergewöhnliche Mittel! Liebe Politiker werdet tätig, und liebe Leute, laßt euch nicht unnötig verängstigen!


 

Aktuelles vom DJV

Deutscher Jagdverband

Pressemeldung

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Sie erhalten eine Pressemeldung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) zur Veröffentlichung und weiteren Verwendung. Für ein druckbares Foto klicken Sie bitte auf die Ansicht.

 

Bei der Frühmahd Rehkitze und Niederwild schützen

Die Mahd von Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen steht an. Der Termin fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Doch „Ducken und Tarnen“ schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher.

(Berlin, 27. April 2018) Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), Bundesverband der Maschinenringe (BMR), Deutscher Bauernverband (DBV) und Deutscher Jagdverband (DJV) machen darauf aufmerksam, dass die Frühmahd zusammenfällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere. Die Verbände empfehlen den Landwirten, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für die Wildtierrettung durchzuführen.

Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd, so die Verbände. Entscheidend ist dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine – für Silage oder Biomasseproduktion – rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähweise dem Tierverhalten anzupassen. Die Verbände empfehlen, das Feld mit dem Grünlandschnitt grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. So haben Feldhasen oder Fasane während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg – gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken, oder auch bei Bodenbrütern.

Das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden, der Einsatz von Wildrettern oder die Vergrämung (Vertreibung) helfen, Wildtierverluste zu vermeiden. Derartige Maßnahmen sind wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Bei bestimmten Witterungsverhältnissen helfen auch Drohnen- und Infrarot-Technik. Vergrämung kann kostengünstig und sehr effektiv mit Knistertüten, Flatterbändern oder Kofferradios durchgeführt werden. Der Einsatz von elektronischen Wildscheuchen, die unterschiedlichste Töne wie z.B. Menschenstimmen, klassische Musik oder auch Motorengeräusche in verschiedenen Lautstärken aussenden, hat sich im Praxiseinsatz bewährt. Bereits eine Maßnahme zur Vertreibung wirkt, haben Experten herausgefunden.

Unabhängig davon fordern die Verbände die Politik auf, der Forschungs- und Innovationsförderung zur Wildtierrettung eine hohe Priorität einzuräumen. Besonders digitale Techniken haben das Potential, die Rettung von Rehkitzen und Niederwild nachhaltig zu unterstützen.
 

 

Grundsätzlich gilt: Immer von innen nach außen mähen.
Quelle: DJV

 

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