Parasit mit Gefahrenpotenzial

Der Fuchsbandwurm

Name: Fuchsbandwurm
Lat. Name: Echinococcus multilocularis
Klasse: Bandwürmer
Unterklasse: Echte Bandwürmer
Größe: 1,5 – 4,5mm (unterschiedliche Quellen besagen 1,2 – 4,5mm)
Hier ist anzumerken, dass es Bandwürmer gibt, die mehrere Meter Länge erreichen können. Es gibt auch genügend Bandwürmer, die bei weitem nicht so gefährlich sind. 

Der Fuchsbandwurm ist ein immer wieder angesprochenes Thema, wenn man als Jäger auf Spaziergänger trifft. Ich versuche einfach mal die wichtigsten Fragen zu beantworten. Das hier ist keine wissenschaftliche Ausarbeitung! Wenn jemand noch zusätzliche Informationen hat, die man als wichtig ansehen kann, bitte ich um ein Mail, damit ich diese in den Artikel einbauen kann.

Die häufigsten Fragen, die ich bisher zu hören bekam sind folgende:

Gibt es den Fuchsbandwurm in meiner Region?
Kann sich mein Hund damit anstecken?
Kann ich mich damit anstecken?
Ist die Infektion für mich oder meinen Hund gefährlich?

Was mach ich, wenn mein Hund Kontakt hatte?

Fangen wir mal mit der ersten Frage an.
Es ist davon auszugehen, dass es ihn nahezu überall in der Bundesrepublik gibt. Er ist auch nahezu überall nachgewiesen, wobei die Dichte der Verbreitung schwankt. In manchen Regionen ist nur ein geringer Teil des Fuchsbestandes infiziert, in anderen ein hoher Prozentsatz (bis nahezu der gesamte Bestand). Die Ergebnisse meiner Recherchen lagen bei Werten von 4% bis über 70% Infektionsrate.

Damit sind auch schon die Fragen zwei und drei beantwortet. Ja, natürlich kann man sich damit anstecken! Es ist natürlich immer eine Frage des Risikos, das man eingeht. Wenn ich in einem Gebiet mit vielen Füchsen dazu neige, ungewaschene Beeren zu essen, die unter Kniehöhe wachsen, ist das Risiko schon nicht wirklich gering! Füchse lieben süßes Obst und machen auch vom Angebot auf Erdbeerfeldern Gebrauch. Man erkennt das häufig am Fuchskot, der im Bereich der Felder zu finden ist. Schon ist Vorsicht geboten! Die reifen Eier des Bandwurmes befinden sich massenhaft im Kot der infizierten Tiere und verbreiten sich so. Gewünschte Zwischenwirte sind z.B. Nager, die im Gras die Eier zu sich nehmen. Diese entwickeln sich dann im Zwischenwirt, schwächen oder töten ihn, damit der Fuchs diese dann wieder frisst und der Kreis sich schließt. Die letzte Entwicklungsstufe findet dann wieder im Darm des Fuchses statt und kann durch das Absetzen von Eiern von vorne beginnen.

Für die meisten Hundeartigen und Fuchsartigen ist das als „geplanter Wirt“ nicht wirklich gefährlich, eher unangenehm. Der Mensch ist jedoch ein absoluter Fehlwirt und für uns Menschen kann diese Infektion tödlich verlaufen, was die Frage 4 beantwortet.

Was die fünfte Frage angeht, ist das relativ einfach zu beantworten. Ein verantwortungsbewusster Hundehalter (Nichtjäger) wird nicht in die Situation kommen, dass sein Hund direkten Kontakt zu einem Fuchs bekommt, da er ja seinen Hund mustergültig an der Leine ausführt und dieser nicht stöbert oder jagt. Schieben wir diesen Bullshit mal auf die Seite und denken mal über das vorher Geschriebene nach.

Die Eier sind im Fuchskot! JEDER Hund neigt dazu, an den Hinterlassenschaften anderer Tiere zu schnuppern. Ob der Kot von einem Hund oder Fuchs stammt, ist dem eigenen Hund erstmal im wahrsten Sinne des Wortes sch...egal. Und schwupp, schon sind die Eier im Hund. Der weitere Weg ist vorprogrammiert.

Wenn jemand denkt, dass die Entwurmung eines Hundes einmal im Jahr genügt, irrt derjenige sich gewaltig! Im Gegensatz zu Zecken gibt es die Eier das ganze Jahr über. Wer also mit seinem Hund viel in der Natur unterwegs ist, sollte die Frequenz der Entwurmung entsprechend höher gestalten. Der Tierarzt weiß es besser und will nicht „nur Geld verdienen“! Ich will hier keine Ängste schüren, aber unter den Suchbegriffen „Fuchsbandwurm“ oder „alveoläre Echinokokkose“ findet man genug Informationen, die nicht gerade schön sind. Die alveoläre Echinokokkose ist die Krankheit, die beim Menschen durch den Fuchsbandwurm ausgelöst wird und in einem hohen Prozentsatz tödlich endet. Sie verläuft schleichend und hat eine Inkubationszeit von bis zu 15 Jahren!

Das große Problem bei den Bandwurmeiern ist schlicht und einfach, dass sie auch noch sehr robust und haltbar sind. Kurzes Erhitzen stecken sie ebenso gut weg wie einfrieren. Gerade die im Winter ausgeschiedenen Eier gelten als besonders haltbar und infektiös!

In einer Region mit guter Mäusepopulation und hohem Fuchsbestand ist von einer maximalen Gefährdung auszugehen, da der Bandwurm optimale Verbreitungsvoraussetzungen hat. In unserem Jagdrevier herrscht eine recht hohe Mäusedichte. Um der Verbreitung des Bandwurmes entgegen zu wirken, muss also die Fuchsdichte in Grenzen gehalten werden. Das sorgt nicht nur für eine kleinere Plattform für die Verbreitung des Fuchsbandwurmes, sondern auch für die Eindämmung anderer Krankheiten, die sowohl für Menschen, als auch Haustiere gefährlich werden können. Hierzu zählen u.a. Staupe, Räude und Tollwut.

Der Fuchsbandwurm hält mich jedoch nicht davon ab, die leckeren Früchte der Natur zu genießen! Ich esse nach wie vor unheimlich gerne selbst gesammelte Pilze oder Beeren aus dem Wald. Allerdings habe ich es mir völlig abgewöhnt, sowohl Walderdbeeren, als auch die von Erdbeerfeldern direkt ungewaschen vom Strauch zu verspeisen. Das ist eine echte Übung in Selbstbeherrschung, aber einfach sicherer! Alle Beeren werden erst gründlich gewaschen, es sei denn, sie hängen hoch genug (wie z.B. Brombeeren oder Himbeeren). Auch die Pilze werden extrem gut gereinigt und dann natürlich gründlich erhitzt.

Man muss nicht aus Angst auf alles verzichten. Lediglich die Regeln des Genusses haben sich seit meiner Kindheit sehr gewandelt. Vorsicht ist einfach angesagt. Die Natur ist schön, birgt aber auch einige Gefahren.


 

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) steht vor der Tür...

 

In Zeitungen und Nachrichten tauchen ständig Meldungen auf, laut denen die Afrikanische Schweinepest (ASP) immer näher kommt und eine große Gefahr darstellt. Das ist leider keine Falschmeldung, jedoch werden die Artikel von vielen Menschen nicht bis zum Ende gehört oder gelesen, daher hat sich einiges in den Köpfen der betreffenden Personen festgesetzt, das so nicht ganz richtig ist.

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) hat recht umfangreiche Infos zusammengefasst, diese finden sie HIER.

Kommen wir doch einfach mal zu ein paar Dingen, die man wissen sollte:

1) Die Gefahr

Ja, die ASP stellt eine Gefahr dar, doch für wen? Nicht für den Verbraucher. Diese Seuche ist für den Menschen ungefährlich, führt jedoch bei Schweinen zum Tod. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Wildschwein oder ein Hausschwein handelt. Damit hängt natürlich einiges zusammen. Wenn die Schweine in den Mastbetrieben davon betroffen sind, wird es zur Tötung von ganzen Beständen kommen, was natürlich einen enormen wirtschaftlichen Schaden bedeutet. Nun wird natürlich gejammert, dass die armen Landwirte dadurch schwere Verluste erleiden. Das klingt zwar sarkastisch, ist aber keineswegs so gemeint.
Ich möchte an dieser Stelle einfach mal auf die Jäger aufmerksam machen, die dadurch auch einen erheblichen Schaden erleiden. Das geht bereits in der Prävention los. Wir Jäger sollen verstärkt das Schwarzwild bejagen, doch was ist damit verbunden?
Wir müssen öfter ins Revier fahren, schlagen uns die Nächte um die Ohren, investieren Zeit und Mittel in diese intensive Jagd, um die Gefahr abzuwenden, die effektiv nicht von den Schweinen, sondern von den Menschen ausgeht. Solange Reisende und Fernfahrer aus bereits betroffenen Ländern ihre möglicherweise kontaminierten Nahrungsmittelreste und Abfälle zum Beispiel an Raststätten einfach in die Landschaft werfen, oder dies ganz und gar in der freien Natur erledigen, was an viel befahrenen Landstraßen mittlerweile zur Normalität geworden ist, solange unsauber deklarierte Transporte von Schweinen und teilweise sogar Wildschweinen (es gab hierzu einige Pressemeldungen, die in den Suchmaschinen leicht zu finden sind) unbehelligt quer durch die EU und damit auch Deutschland erfolgen, ist die intensive Jagd auf die Schwarzkittel nur eine reine Augenwischerei.

Wenn es dann in der BRD zum Ausbruch kommt, ist der Schuldige schnell gefunden: Der Jäger hat nicht genug getan!

2) Die Betroffenen

In erster Linie sind die Schweine dann die armen Säue. Sie sterben dummerweise daran. Wer ist aber noch betroffen? Und schon wieder ist es der Jäger!
Ich habe vor einer Theke eines Metzgereibetriebes oder an der Kühltheke im Supermarkt noch niemanden getroffen, der/die sich Gedanken gemacht hat, ob das Schweinefleisch, das er oder sie gerade einkauft kontaminiert ist. Es ist durchaus möglich!

Als Jäger möchten wir natürlich unser Wild auch vermarkten. Mal abgesehen davon, dass die Preise der Wildhändler derart im Keller sind, dass es beinahe lukrativer ist, ein erlegtes Schwein zu vergraben, als es einem Händler anzubieten. Wenn man einfach mal sieht, was der Verbraucher beim Einkauf von Wildschwein im Supermarkt, beim Wildhändler oder Fleischer seines Vertrauens für das Kilo Fleisch bezahlt, wird es mir schlecht! Da werden teilweise Preise von über 40€ je Kg verlangt und er Verbraucher zahlt es auch noch, weil es ja vom Händler kommt und daher garantiert ungefährlich ist.

Schwachsinn! Wir Jäger bekommen von diesen Händlern unter 1€/Kg, ja sogar oftmals weniger als 50ct. geboten! Die unwesentliche Differenz zum Verkaufspreis sind wohl die angeblichen 3-5%, von denen der Wildbrethändler lebt!  Liebe Leute, kauft euer Wild beim Jäger! Dort bezahlt ihr gerechtfertigte Preise und keine utopischen Summen ohne jegliche Rechtfertigung. Unser Wild unterliegt den gleichen Kontrollen, wie das der Händler und Metzger! Wir haben es frisch, es ist regional, es ist untersucht und somit von bester Qualität!

3) Die Propaganda

Ein Teil der negativen Propaganda kam mir aus heiterem Himmel mitten ins Ohr gesaust! Eine Dame, die sonst Wild als Nahrungsmittel genutzt hat, sagte wörtlich: "Oh Gott, ich kann ab sofort kein Wild mehr essen, es ist ja alles verseucht!" Die arme Frau war völlig neben der Spur und dachte, wir Jäger verteilen nur noch verseuchtes Fleisch und wollen damit die Menschheit ausrotten. Völliger Schwachsinn! 
Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die ASP für Menschen ungefährlich, also keine Angst vor dem leckeren Wildbret! Wir essen es genauso gern, wie vor der Panikmache! Es schmeckt noch genauso, es ist genauso gesund wie vorher und das wird sich auch nicht ändern! Wenn ich das Wild aus unserer Küche verbannen würde, wären wir nahezu Vegetarier! Fast unser gesamter Fleisch- und Wurstbedarf ist durch Wild gedeckt. Wir haben Fleischkäse, Bockwurst in mehreren Ausführungen (mit und ohne Käse), drei Sorten Salami und Presskopf um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Es sind noch viele Sorten mehr. Selbstverständlich auch Fleisch, das von Hackfleisch über Grillsteaks bis hin zu Braten geht und natürlich leckeren Wildschinken. Was braucht man noch mehr? Das Wichtigste ist, es kommt aus keiner Qualhaltung oder medikamententrotzenden Mast.

Bei dieser Propaganda kommen aber auch andere Punkte zur Sprache, bzw. sie werden verschwiegen. Wie bereits erwähnt, sind ja laut der Meldungen in erster Linie die Wildschweine die Schuldigen. Jetzt wirft sich aber eine Frage auf: Wie kann es sein, dass die Hotspots der festgestellten Seuchenherde mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt liegen, dazwischen kein Befall nachgewiesen wurde, aber ein infiziertes Schwein garnicht in der Lage ist, nach der erfolgten Infektion noch eine größere Strecke zurückzulegen?
Hierauf bleiben uns die Fachleute eine Erklärung schuldig! Wie bereits im Punkt 1 erwähnt, ist es leicht, den Jägern die Verantwortung zu übertragen. Wir tun sicher unser Möglichstes, die Seuche im Zaum zu halten, soweit dies unsere Mittel und Wege zulassen. Zaubern können wir leider nicht und wir werden es weder anstreben, noch befürworten, die Wildschweinbestände annähernd auszurotten, was ohnehin nicht möglich sein dürfte. Offene Grenzen und ein geeintes Europa sind in vielerlei Hinsicht eine Tolle Sache, aber leider bringt diese Offenheit nicht nur positive Aspekte mit sich. 

Wünschenswert wäre, wenn die Politik in der Lage wäre, auch einmal die Zusammenhänge zu realisieren und entsprechend zu handeln. Es bringt nichts, die Wildschweine zu verteufeln und die Jäger vor den Karren zu spannen. Wichtiger wäre, die Wege der Seuche zu verstehen und entsprechend zu blockieren. Anfangs wurden bei HIV, bzw. AIDS auch erst alle Schwulen dafür verantwortlich gemacht und dann die Junkies. Warum erkranken auch heute noch heterosexuelle Menschen ohne Drogenkontakt daran? Salopp gesagt durch Verdummung und Ignoranz.
Es dürfen keine unsauber deklarierten Tiertransporte oder ganz und gar unbekannte Tiertransporte aus den Gefahrengebieten erfolgen. Die Einfuhr von gefährlichen Nahrungsmitteln muss an den Außengrenzen unterbunden werden, nur dann kann man von einer wirksamen Prävention reden.

Nicht die Jäger, sondern die Politiker sind hier gefordert, um der Lage Herr zu werden! Besondere Zeiten erfordern nunmal auch außergewöhnliche Mittel! Liebe Politiker werdet tätig, und liebe Leute, laßt euch nicht unnötig verängstigen!