Von, mit und über Peitschen

Wissenswertes über Peitschen

Worum geht es in diesem Artikel?

Um das Peitsche schlagen (Neudeutsch, bzw. Englisch: Whipcracking)

Was sind Peitschen?

Peitschen sind zu allem zu gebrauchen... naja fast! Peitschen sind schlicht und einfach Geräte, die man als Signalgeber, als Sportgerät, als Meinungsverstärker in mehreren Situationen oder auch beim Sex zum Einsatz bringen kann.

Die Peitsche ist ein sehr altes Instrument, das zum Beispiel in der Bestrafung eingesetzt wurde. Der Verurteilte, der zu Peitschenschlägen verdonnert wurde, hatte keine rosigen Aussichten. Es gibt Bauarten, die durchaus Knochen brechen können! Allgemein ist es jedoch so, dass die Schmitze, Schmiege, Schmiss (es gibt noch viele Bezeichnungen), oder einfach auch nur Cracker genannte dünne Schnur an der Spitze einer Peitsche buchstäblich die Haut in Streifen schneiden kann. Wer mit einer Peitsche herumhantiert, ohne die nötige Technik zu beherrschen, kann das schnell am eigenen Leib erfahren. Es sind halt einfach keine Spielzeuge, egal welche Ausführung.

Peitschen knallen. Das ist ein Fakt, der feststeht. Dieser Knall ist quasi ein Überschallknall, der durch die extreme Beschleunigung der Spitze entsteht. Bei den Mythbusters haben die Jungs mal die Geschwindigkeit des Crackers gemessen. Ich erinnere mich da an Werte über 1200 Km/h. Das ist mal eine Hausnummer! Bei Recherchen konnte ich nachgewiesene Werte von zweifacher Schalgeschwindigkeit finden. Wenn man jetzt mal überlegt, dass die Energie sich aus Masse mal Beschleunigung errechnet, dann kann man verstehen, dass man mit einer guten Bullwhip locker eine Getränkedose zerschneiden kann. Habe ich selbst probiert und es gibt davon im Internet auch einige Videos.

Doch kommen wir wieder zum Knall. Der Knall einer Peitsche kann sehr laut sein. Es ist jedenfalls nichts gegen das Tragen eines Gehörschutzes einzuwenden. Je nach Länge, Bauart und Material variiert der Knall sehr. Es ist ein sehr durchdringendes Geräusch, das in dieser Art in der Natur eigentlich nicht vorkommt, daher hat es auch Wirkung auf Tiere. Man verwendet beim Viehtrieb die Peitsche nicht, um die Tiere damit zu schlagen, sondern um die Tiere mit dem Knall in die entgegengesetzte Richtung zu dirigieren. Ebenfalls sind Überlieferungen bekannt, die eine akustische Wirkung auf wilde Beutegreifer (Wolf & Co.) verkünden. Man sagt, dass der Ton so unangenehm ist, dass diese Tiere sich so weit wie möglich davon entfernen. Das war natürlich eine tolle Sache für die früheren Viehhirten.

In einigen Regionen der Welt ist es auch eine in der Tradition verankerte Tätigkeit. In Bayern gibt es heute noch im traditionellen Sinne das „Goaßlschnalzen“ auch „Aperschnalzen“ genannt. Auf den Amerikanischen Kontinenten und in Australien gibt es eine recht große Szene, die auch Wettbewerbe veranstaltet, um sich in verschiedenen Disziplinen zu messen, die auf Geschwindigkeit, Präzision oder Geschicklichkeit ausgelegt sind. Eigentlich sind bei der Peitsche diese drei Faktoren immer im Spiel. Es gibt Freestyle-Wettbewerbe, bei denen es darum geht, viele verschiedene Schlagtechniken und Bewegungsabläufe mit der Peitsche vorzuführen. Hier ist Harmonie, fließender Ablauf und Geschick gefragt. Bei anderen Wettbewerben geht es darum, mehrere Ziele in kürzester Zeit zu treffen, oder im Duell mit einem Gegner das Ziel schneller zu treffen als dieser.

Schade, dass eine solche Szene hier in Deutschland, bzw. in Europa noch nicht verbreitet ist.

Es gibt nicht nur die einschwänzigen Peitschen, sondern auch diverse mehrschwänzige Modelle. Früher waren diese reine Bestrafungsinstrumente, die durch Knoten oder Metallperlen am Ende erhebliche Verletzungen hervorrufen konnten. Heute sind sie noch in der S/M-Szene zu finden, in der sie sowohl zur „echten“, als auch zur „gespielten“ Züchtigung eingesetzt werden. Hier kommen auch einige Abwandlungen in Form von Paddeln, Gerten oder ähnlichen Formen zum Einsatz. Dies sind jedoch nicht die Peitschen, auf die in diesem Artikel näher eingegangen werden soll.

Ebenso gibt es im Reit- und Fahrsport verschiedene Peitschenmodelle, die sich durch sehr lange Stöcke auszeichnen. Auch auf diese Peitschen werde ich nicht näher eingehen. (Noch nicht. Vielleicht hole ich dies zur Vervollständigung nach.)

Um mal auf die sportlichen Peitschen einzugehen, sollten hier die drei wichtigsten Bauarten kurz beschrieben werden. Die „Australian Stockwhip“, die „Bullwhip“ und die „Snakewhip“. In der Beschreibung verwende ich die internationalen (englischen) Bezeichnungen der Teile, damit man es bei Internetrecherchen leichter hat. Das hängt einfach damit zusammen, dass es wenig Information im deutschsprachigen Internet gibt. Früher war der „Peitschenmacher“ ein anerkannter 3 Jahre dauernder Lehrberuf. Heute ist es ein Hobby (auch für mich).

Doch jetzt zu den Peitschen!

„Australian Stockwhip“

Diese Peitsche zeichnet sich durch einen Griffteil aus, der deutlich länger ist, als der einer Bullwhip.

Der Aufbau besteht aus dem „Stock“, „Keeper“, „Thong“, „Fall“ und „Cracker“. Die gängigen Materialien sind beim „Stock“ Holz oder Kunststoff. Der „Keeper“ ist die Verbindungsstelle von „Stock“ zu „Thong“. Die üblichsten Thong-Matrialien sind Leder oder Nylon (Paracord). Die Fall-Materialien ebenfalls. Der Cracker ist meist aus Nylon oder Kunstsehne, da diese am haltbarsten sind. Die australischen Peitschenmacher sind begnadete Künstler, die selbst bei einem recht dünnen Thong-Durchmesser bildschöne Muster (sogar Bilder) oder Sprüche einflechten. Man findet eine Vielzahl an Bildern im Internet. Die hierbei verwendeten Lederriemchen sind so fein, dass selbst bei dünnen Peitschen 20 und mehr Stränge verflochten werden. Der Körper der Peitsche (Thong) besteht aus mehreren Schichten. Als erstes gibt eine Schnur die Führung und die spätere Länge vor, die man als Core bezeichnet. Die dann folgenden inneren Schichten (1,2 oder gar 3) werden Belly, bzw. Bellies genannt. Darüber liegt die sichtbare Schicht (Overlay), in der sich das Muster und die Farbgebung umsetzen läßt.

Es gibt hier keine festgelegten Maße. Jeder muss selbst testen, welche Stocklänge, Gesamtlänge, Thong-, Fall- und Crackerlänge er/sie bevorzugt. Der durchschnittliche Cracker ist etwa 10cm lang. Manche nur 7cm, bei meinen Bullwhips nehme ich teoilweise sogar 12-15cm. Die durchschnittliche Fall-Länge liegt bei um die 60cm. Auch hier habe ich je nach Peitsche schon mal 70cm oder auch wesentlich weniger. Gleiches gilt natürlich auch für Thong und Stock.

„Bullwhip“

Bullwhip
Bullwhip 8ft., 3 farbig, Paracord

Die Bullwhip ist auch eine Bauform mit steifem Griff. Sie ist meine Lieblingspeitsche. Meine ersten Bullwhips hatte ich schon vor über 30 Jahren und nahm damit in der Western-Hobby-Szene an Wettbewerben teil. Die einfachsten, aber sehr wirkungsvollen und Präzisen Peitschen waren aus sogenannten Spitzschnüren. Das sind Hanfseile, die am einen Ende dünn und am anderen dick sind. Ein guter Seiler dreht diese Schnüre so schön gleichmäßig, dass man keine Übergänge hat. Diese Gleichmäßigkeit sorgt für einen äußerst präzisen Schlagablauf. Diese Peitschen sind höllisch laut und haben eine unglaubliche Power. Leider unterliegen sie einem hohen Verschleiß. Die Seil-Peitschen sind nicht so gut bekannt wie die klassisch geflochtene Form. So gut wie jeder kennt sie von Indiana Jones. Harrison Ford machte diese Peitsche noch bekannter, als sie durch Zorro schon war. Die Bauteile sind hier im Endeffekt fast die gleichen, wie bei der Stockwhip, mit dem Unterschied, dass es hier nicht „Stock“, sondern „Handle“ heißt. Das „Handle“ ist wesentlich kürzer als der „Stock“ (nur um die 10 Inch). Ich baue meine so um die 28cm +/- 2cm. Der Übergang von steif zu flexibel ist hier eine feste Verbindung, die man Transitionpoint nennt. Ab jetzt ist nach vorne alles gleich, also Thong, Fall, Cracker. Auch hier gibt es gewaltige Unterschiede in der Länge. Die gängigsten sind 6 feet oder 8 feet. Dieses Maß bezieht sich auf die Länge aus Handle und Thong. Ich habe beispielsweise eine 10 ft. Bullwhip, die eine komplette länge von 12.5 ft. hat. Die Aussagen über Fall und Cracker können 1:1 von der Stockwhip übernommen werden. Die Materialien sind auch hier wieder Leder und Nylon (Paracord). Auch der Thongaufbau ist gleich (Core, Bellies und Overlay), bis auf die Kleinigkeit, dass der Griff halt schon mit eingearbeitet wird.

Um nochmal etwas genauer auf die Längen einzugehen, muss hier gesagt werden, dass unterschiedliche Längen sich auch auf das Verhalten der Peitsche auswirken. Eine kurze Peitsche ist aggressiver und schneller als eine längere. Sie verlangt schnellere Reaktionen und Bewegungen als eine längere Peitsche. Die lange Peitsche lässt sich vergleichsweise „soft“ bedienen, entfaltet aber doch eine recht derbe Wirkung am „bösen“ Ende. Je kürzer die Peitsche, desto mehr Können und Feingefühl muss der Benutzer mitbringen. Das heißt jetzt nicht, dass man für eine lange Peitsche keine Übung braucht! Eine lange Peitsche verlangt im Vergleich zur kurzen Whip teilweise sehr ausladende Bewegungen die dann trotzdem gut gesteuert und harmonisch fließend sein müssen. Auch das verlangt viel Übung! Bei der Präzision schlägt sich das auch nieder, da sich das Ziel in größerer Distanz befindet und ein Millimeter Abweichung am Griff, mehrere Zentimeter Differenz am Ziel ausmachen kann.

„Snakewhip“

Die Snakewhip ist, wie der Name schon erahnen lässt, von vorn bis hinten flexibel. Es ist im Grunde nichts anderes als eine Bullwhip, die jedoch kein versteiftes Handle hat. Sie hat zwar einen Knauf, das war es dann aber auch schon mit Griff! Also nur Thong, Fall und Cracker. Der komplette Aufbau ist sonst wie bei einer Bullwhip. Die Snakewhip ist im Allgemeinen recht kurz (Ausnahmen gibt es immer!). So ab 3ft. geht das los. Diese kleinen garstigen Dinger sind aber nicht zu unterschätzen! Die Länge macht es nicht immer! Um es mal „zotig“ zu sagen: „Auch ein „Kleiner“ macht schwanger!“ Natürlich ist die Relation von Fall zum Rest der Peitsche bei allen Modellen wichtig. Gerade bei einer 3ft. Peitsche macht eine Fall-Länge von 70cm wenig Sinn. Optisch und technisch wäre das völlig daneben.

Die Snake ist eine gängige Cowboy-Whip, da sie sich, durch ihre Flexibilität bedingt, sehr klein verpacken lässt, und damit wenig, von dem ohnehin schon geringen Stauraum eines Pferdes beim Viehtrieb, beansprucht.

Die beiden gängigsten Materialien der gerade beschriebenen Peitschen handelt es sich um Leder und heutzutage Paracord. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Selbst beim Leder gibt es riesige Unterschiede. Als das beste Leder gilt Känguru. Es ist nicht billig, aber es ist stabil, flexibel und einfach genial für Peitschen. Für eine gute Bullwhip aus Känguru sind 1000 Dollar überhaupt nichts! Da sind mal ganz schnell auch 2000 und mehr ausgegeben. Leder verlangt natürlich auch Pflege! Fetten ist da oberstes Gebot. Das Fett hält das Leder geschmeidig und schützt vor Feuchtigkeit und Schmutz. Leider gibt es viele „Billigpeitschen“ aus minderwertigem Leder. Das Leder selbst ist nicht einmal schlecht, aber halt für Peitschen absolut untauglich. Diese Dinger sind meist sehr grob geflochten, man kann tief in die Lücken sehen und alles fühlt sich nicht sehr fest, dafür aber trocken an. Sowas würde ich mir nicht mal als Deko aufhängen. Diese Peitschen sind auch sehr leicht. Viel Füllung, wenig Leder und dann nicht einmal gefettet – Finger weg! Man findet diese „ach so tollen“ Peitschen reichlich im Internet zwischen 50 und 400€. Wenn eine gute Bullwhip aus Leder IMMER über 1000 Dollar liegt, was kann dann so ein Billigprodukt taugen?

Man muss bei den Lederpeitschen auch auf die Lagerung achten. Leder, das nicht bewegt wird, oder nicht gefettet wird, das in der Sonne liegt, oder feucht weggelegt wird, ist definitiv verloren! Manchmal kann man die Schäden noch etwas ausbessern, aber kaputt ist nun mal kaputt! Vorher aufpassen, dann braucht man nachher keine bitteren Tränen zu vergießen.

Es gibt auch Hybriden aus Paracord-Bellies und Leder-Overlay. Ich habe damit keine Erfahrung, werde aber vielelicht mal einen Versuch starten.

Mein Favorit ist Paracord. Es ist haltbar, in allen Farben zu haben, gut zu verarbeiten, stabil und vor allem verteufelt schnell! Das sind regelrechte High-Speed-Peitschen. Ich wachse mein Paracord, was die Peitsche zusätzlich vor Nässe schützt, sie versiegelt und der Farbe (die dadurch etwas dunkler wird) einen seidigen Glanz verleiht. Das Paraffin zieht tief in die Peitsche ein und gibt dann auch noch etwas mehr Masse und Gewicht, was bei dem leichten Paracord natürlich einen positiven Effekt hat. Bei erdigen Farbtönen hat das Wachsen auch einen schönen optischen Effekt. Man kann man sie auf eine kurze Entfernung schon nicht mehr von Lederpeitschen unterscheiden. Gewachste Paracordpeitschen erhalten beim Gebrauch durch jede Berührung einen wunderbaren „Used-Look“, bzw. eine antike Optik. Durch kurzes Erwärmen mit einem Fön sehen sie dann sofort wieder wie neu aus. Genial! Paracord ist wesentlich leichter als Leder, daher muss man für eine gute Beschleunigung und stabile Führung etwas tricksen. Man greif hier zu Stahlkügelchen, mit denen die Core-Schnur gefüllt wird. Dadurch erhöht sich das Gewicht, was die Schwungmasse erhöht. Schon haben wir wieder unsere Drei Größen im Spiel. Energie = Masse x Beschleunigung.

Es erhöht sich die Masse als Faktor, somit ist die Energie am Ende auch höher. Durch die Masseerhöhung gibt es aber auch eine höhere Beschleunigung. Die logische Konsequenz daraus ist, da sich beide wichtigen Größen erhöhen, wird das Ergebnis aus dieser Rechnung natürlich auch wesentlich höher. Somit haben wir die Energie der Peitsche maximiert.

Eine solche Peitsche unterliegt durch diese Beschleunigungswerte selbstverständlich einer nicht zu unterschätzenden Belastung. Sie sollte daher sehr sorgfältig gearbeitet sein. Wenn man hier eine plumpe Arbeit leistet, dann hält die Peitsche das nicht lange durch.

Man bekommt im Internet Peitschen, die liegen preislich in einer Klasse, bei der man sich fragt, wie die Materialkosten überhaupt gedeckt sein können. Finger weg von solchen Dingern! Eine Peitsche, die sorgfältig geflochten wurde und gewachst ist, die aus ausgesuchten Materialien in bester Qualität entstanden ist, kostet nunmal ihren Preis! Paracord ist zwar günstiger als Känguru-Leder, aber es kostet trotzdem auch etwas.
Mal anders ausgedrückt: Eine 8ft. Bullwhip unter 200€ stimmt mich immer nachdenklich. Wenn es dann noch weiter unten im Preissegment ist, denk ich garnicht mehr drüber nach – Zeitverschwendung! Man muss nur mal mit den amerikanischen oder australischen Preisen vergleichen, dann merkt man das ganz schnell, dass da etwas nicht stimmen kann! Eine 8ft. liegt normal irgendwo zwischen 300 und 400$ USD. Die Preisspanne hängt mit den Features der Peitsche zusammen. Griffe, Knäufe, Farben und andere Sonderwünsche treiben den Preis natürlich nach oben.

 

10ft. Paracord   10ft. Paracord

Hier kann man sehr schön den Unterschied durch Wachs sehen. Eine 10ft. 16 Strand Bullwhip mit 2 Bellies. Links ungewachst, rechts gewachst.
Gut zu sehen sind hier auch die zwei Flechtmuster. Das Handle ist im Diamond-Plait, Thong erst im Herringbone-Plait, ganz am Ende Diamond.
Die Peitsche ist zweifarbig ausgearbeitet.

 

            8ft. Paracord   

Hier eine 8ft. Paracord, 16 Strand, mit 2 Bellies, dreifarbig. Links vor dem Wachsbad, rechts danach und auch schon ein wenig benutzt. Man kann den "Used-Look" am Handle gut sehen. Oben in der Galerie lassen sich die Bilder vergrößern, da wird es noch deutlicher sichtbar. Die Peitsche ist durchgängig im Herringbone-Plait gearbeitet, wobei dich das Herringbone-Pattern automatisch zum Diamond wandelt, wenn nur noch die letzten 4-6 Stränge übrig sind.

 

Wer sich die Mühe schon einmal gemacht hat, eine Peitsche selbst zu flechten, der weiß auch, dass eine handgeflochtene Bullwhip viel Arbeit macht und daher jeden Cent wert ist.

Ich bin nicht der langsamste Flechter, da ich nicht nur Peitschen, sondern eine Vielzahl anderer Handarbeiten und Flechtarbeiten anfertige. Trotz dieser Fingerfertigkeit brauche ich, für eine sorgfältig verarbeitete Bullwhip von 8ft., etwa 15 Stunden. Es kommt auf das Pattern (Muster) an, da ein kompliziertes Muster mehr Zeit beansprucht, als eine einfache und einfarbige Peitsche. Nun legen wir mal einen Stundenlohn von nur 10€ als rechnerische Grundlage fest, wobei 10€ eine Frechheit sind, da es eine harte und auch anspruchsvolle Handarbeit ist. Wir kommen also hier schon auf lässige 150€, ohne dass auch nur ein Fitzelchen Material mit einkalkuliert wurde. Jetzt kommt das Paracord in verschiedenen Farben für die Bellies und das Overlay dazu, die Core-Schnur, die Stahlkugeln für die Füllung, das Handle, Kunstsehne, Textil-Tape, Wachs.... und schon haben wir eine Erklärung für die Preise. Eine relativ einfache Peitsche kann ich somit guten Gewissens nicht unter 250€ abgeben. Wenn jetzt noch besondere Wünsche für Griffe, Knäufe, Verzierungen oder aufwändige Muster dazukommen, versteht man die gängigen Preise etwas besser.

Das war jetzt schon eine Menge Info über Peitschen. Ich werde den Artikel von Zeit zu Zeit etwas überarbeiten, damit die Infos noch detaillierter werden. Wenn jemand ad hoc weitere Fragen hat, einfach ne kleine Mail mit der Frage an mich richten, dann gebe ich gerne Antwort. Man möge es mir aber nachsehen, wenn das nicht innerhalb von einer Stunde oder eines Tages schaffe. Ich sitze nicht den ganzen Tag vor dem Rechner! Ich versuche natürlich, eine zeitnahe Antwort umzusetzen.


Mehr Information über Peitschen gibt es hier